Gäste bleiben wegen Asche aus
München/Ehingen. Auch die Bauma leidet unter den Flugverboten.
Gäste bleiben aus.
Betroffen davon sind auch Liebherr und der Allmendinger
Formenbauer Rampf.
Bei der Eröffnung der weltgrößten Baufachmesse in München war die Asche über Europa Thema quer durch alle Hallen und auf dem Freigelände, denn viele der erwarteten Besucher blieben und bleiben aus. "Wir spüren das schon am Eröffnungstag deutlich", sagt Wolfgang Beringer, "vor allem Kunden aus den USA, aus Brasilien und aus Asien haben abgesagt". Andere Liebherr-Kunden nehmen einen größeren Aufwand in Kauf und haben angekündigt, mit dem Auto oder - wie die Russen - mit dem Zug anreisen zu wollen. "Wir bedauern das", ergänzt Beringer. "Es ist schade, dass Kunden aus wichtigen Märkten nun unseren neuen Auftritt nicht sehen." Die Bauma sei zwar keine klassische Ordermesse, weshalb bei Liebherr auch niemand von verpassten Abschlüssen redet, doch der erhoffte "Bauma-Effekt" bleibe für einen großen Kreis aus. "Die Messe schafft keinen eigenen Markt", erklärt Beringer, "doch sie kann eine Stimmung katalytisch verstärken".
Die Kunden, die nicht kommen können, werden von Liebherr betreut. "Die holen wir nach Ehingen", kündigt Mario Trunzer an, "die sollen sehen, was wir gutes Neues haben". Und wer nicht kommen kann, bekomme Besuch von den Mitarbeitern in den weltweiten Vertriebsgesellschaften, schließlich kenne Liebherr seine Kunden.
Das gilt auch für Rampf, was die Betroffenheit über das Ausbleiben vieler Besucher am neuen Messestand etwas mindert. "Wie alle exportorientierten Unternehmen tut es uns nicht gut, wenn aus Süd- und Nordamerika und Asien weniger Leute kommen", sagt Marketingleiter Jürgen Reiser. Nach seinen Angaben wurde gestern spontan beschlossen, einen Videofilm über den als Biergarten gestalteten Auftritt in Halle A1 und die dort ausgestellten Produkte zu drehen und den Kunden zuzuschicken.

Unklar ist aber, wie stark durch die Flugausfälle bei Rampf das Neukundengeschäft leidet. "Wir haben bisher bei der Bauma neben der Kontaktpflege immer auch neue Kunden gewinnen können", sagt Jürgen Reiser. Er hofft, dass dies auch diesmal wieder der Fall ist.
Eher kein Thema waren Asche und Flugausfälle am Stand des Ehinger Hydraulikspezialisten Tries, der als Partner und Zulieferer seine Kunden zu einem großen Teil in Mitteleuropa hat. Geschäftsführer Thomas Zimmer freute sich gestern darüber, dass schon am ersten Bauma-Tag ein neuer Kunde dazugekommen ist.
20.04.2010





